D R A F T
Vergleich zwischen Gesetzlicher und Privater Krankenversicherung
Der Wechsel von der Gesetzlichen zur Privaten Krankenversicherung
sollte gut überlegt sein, da ein Weg zurück so gut wie nicht mehr
möglich ist und man sich ein Leben lang auf die Private bindet.
Hier gilt: es ist nicht immer alles Gold, was gläntzt und deshalb
habe ich auf dieser Webseite zusammen geschrieben, was mich davon
abhält derzeit in die private Krankenversicherung zu wechseln.
Wichtig!
Hier sind meine Ansichten und meine Information, die ich mir im Laufe der
letzten Monate durch Gespräche mit Privat-Versicherten erhalten habe,
durch recherche im Internet erhalten und durch geziehltes Nachfragen bei
Vertretern erhalten habe. Ich gebe keine Gewähr auf
Richtigkeit noch auf Vollständigkeit! Es kann sogar sein,
dass ich Fehlinformationen aufgesessen bin und diese im Moment falsch
wiedergebe. Ich bemühe mich aber alles korrket wieder zu geben
und falls Fehler enthalten sind, wäre eine Rückmeldung schön. Danke
im Vorraus.
1. Vorraussetzung
Der Eintritt in die Private Krankenversicherung (PKV) wird vom
Gesetzgeber streng geregelt. Man muss mit seinem monatlichen Verdienst
über der sog. Beitragsbemessungsgrenze liegen oder ein sog.
Ausnahmefall sein. Im Jahr 2005 liegt diese Beitragsbemessungsgrenze
bei 3.525,00 € monatlichem Einkommen für die gesetzlich
versicherte Arbeitnehmer (2004: 3.487,50 €). Ausnahmeregeln
gibt es auch hier: für Leute mit bestehenden Krankenversicherungsverträgen,
Selbstständige, Freiberufler und Beamte sind sowieso schon frei in ihrer
Wahl.
Vorteil der privaten Krankenversicherung
Die Vorteile der privaten Krankenversicherung werden einem gerne
von einem "unabhängigen Makler", Versicherungs-Vertreter, etc.
aufgezählt.
Die nachfolgende Liste ist sicherlich nicht vollständig, umfasst aber
die meisten Vorteile:
- Kostenfaktor: die PKV ist auf den ersten Blick meist günstiger als
eine gesetzliche Krankenversicherung (s.u.)
- freie Arztwahl, was auch "ein Händeschütteln durch den
Krankenhaus-Chefarzt" umfasst :-)
- Ärzte, die nur Privatversicherte behandeln
- manchmal sind auch Heilverfahrenkosten in der Privaten eingeschlossen
- von den geregelten (erlaubten) Medikatementen die volle Kostenübernahme
- Zuzahlung bei Sehhilfen, ambulanter Krankentransport, etc.
- meist höhere Zuzahlung durch die Versicherung bei Zahnersatz
- mögliche Tagegelder für Krankheitstage, Krankenhaustage, etc.
Es sei jedem bewusst, wenn es um Monatsbeiträge geht, die in Jahren ohne
"Nichtinanspruchnahme von Leistungen" zurückbezahlt werden, dann handelt
es sich dabei um den kompletten Monatsbeitrag. Also auch um den Anteil,
den der Arbeitgeber zahlt. Man sollte auch bedenken, dass mittlerweile
auch gesetzliche Krankenversicherungen Beiträge zurückbezahlen
(Beispiel: DAK,
AOK BaWue,
oder Techniker).
Nachteil der privaten Krankenversicherung
Einmal in die private Krankenversicherung gewechselt, gibt es kaum noch
die Möglichkeit auf ein Zurück in die Gesetzliche.
- Die Kosten der Versicherung wachsen an, auch wenn im Gesetz
erst einmal anderes steht (s.u.)
- Vorrausbezahlung der Kosten, da der Arzt die Rechnung an den
Privatversicherten stellt (wer einmal auf 10.000,- € nach
einer Krankenhausoperation gewartet hat, weiß was dies bedeutet)
- Risikozuschläge und Ausschluss von Leistungen für bestimmte
Personengruppen bzw. bei Vorerkrankungen
- Jedes Familienmitglied ist einzeln zu versichern
- Kur- und Sanatoriumsaufenthalte sind teuer, daher fast immer ausgeschlossen
- Ein Wechsel kostet neue, deutlich höhere Beiträge
- Beiträge müssen auch bei längeren Krankenheiten fortbezahlt werden.
- Die Beitragserhöhungen steigen mit durchschnittlich 4,6 Prozent im Jahr
(Männer) bzw. 3,7 Prozent (Frauen) stärker als bei der gesetzlichen
an (das gilt auch für die Beiträge von Altkunden), wie eine Studie von
Morgen & Morgen für das Wirtschaftsmagazin "Capital" berichtet (Quelle:
tagesschau.de
2. Kostenfaktor
Im Folgenden soll aufgezeigt werden, welche Faktoren es gibt, dass
eine scheinbar billige Private Krankenversicherung dann doch teurer
als geplant wird (also viele Gegenargumente zum Thema "günstiger als
die Gesetzliche").
Der Trick mit den 2300 Verträgen
Die Werbung preißt an, dass man unter 2300 verschiedenen Verträgen
beraten wird. Klar, dass man sich als Privatperson da nicht einarbeiten
bzw. nicht mehr ohne Vertreter abschliessen will und man schon vor
dem ersten Vertrautmachen aufgibt. Doch es gibt nur ca. 30 Anbieter
(Versicherungsgesellschaften), die einem unterschiedlichste
Vertagsmöglichkeiten anbieten, die sich nur in einfachen Optionen
unterscheiden:
- keine Selbstbeteiligung, 100,- € Selbstbeteiligung, ...
- ohne Krankentagegeld, 60,- € Krankentagegeld pro Tag, ...
Klar, dass man durch soviele Kombinationen auf rund 2300 verschiedene
Möglichkeiten kommt. Keine Angst, es ist also nicht so dramatisch und
manchmal günstiger sich selbst kundig zu machen, was es ohne Vermittler
kostet.
Teuer oder Billig?
Wieviel Geld man jetzt ausgibt bleibt einem selbst überlassen. Es gibt
aber meiner Meinung nach nur genau zwei Strategien: entweder nimmt man
das billigste Angebot mit den geringsten Leistungen, sparrt sich das
Geld und trägt im Falle eines Krankheitsfalles die Mehrkosten selbst.
Doch aufgepasst, im Falle einer Arbeitslosigkeit oder Frühpensionierung
weckt das Geld Begehrlichkeiten...
Das Bankgeheimnis ist nicht mehr so stark ausgeprägt, wie früher und
durch das Geldwäschegesetz bekommt der Staat schon sehr viele
Informationen heraus.
Auch sollte man sich nicht davon beeindrucken lassen, dass es im Moment
eine Private für "nur" 230,- € gibt, wohingegen die Gesetzliche
250,- € kostet und die Leistungen der Privaten deutlich mehr sind.
Das liegt einfach daran, dass der Arbeitgeber im Moment die Hälfte
trägt und die 230,- €-Versicherung und es in Wirklichkeit
460,- € sind. Diese sind dann im Alter, im Falle der Rente, fast
komplett vom Versicherer alleine zu tragen.
Versteckte Teuerungen
Es sind nicht alle Zahlen, die es in Informationsprospekten von den
Versicherungen gibt, automatisch der entgültig Beitrag, denn es gibt
z.B. den Risikoaufschlag für bestimmte Personen.
Ein Vertreter bekommt im Falle eines Abschlusses ca. 6 bis 8
Monatsbeiträge als Provisionsgebühr. Klar, dass er mehr daran
interessiert ist, eine teurere Versicherung zu verkaufen als eine
günstige.
Es gibt auch Versicherungen, die sich das Geld für eine eigene
Vertreter-Infrastruktur und Abschlusskosten sparen und nur Direkt in den
Geschäftsräumen abgeschlossen werden können. Die HUK Coburg ist eine derartige
Versicherung. Diese Versicherung kann deshalb auch nicht von sog.
"unabhängigen Makler" angeboten werden und wird dann auch nicht
mitverglichen. Man verpasst dadurch vielleicht die ideale, günstigste
Versicherung.
Ohne Arbeitgeber
Wie bereits geschrien. Im Falle eines Beschäftigungsverhältnisses
trägt derzeit der Arbeitgeber die Hälfte der Versicherungskosten.
Daher sind die folgenden Themen sicherlich interessant zu wissen.
Arbeitslosigkeit
Heute kann man nicht mehr sicher davon ausgehen, dass man bis zur
Rente einen Arbeitsplatz hat, also nicht von in die Arbeitslosigkeit
betroffen wird.
Was passiert dann im Falle einer Privatversicherung?
Der Versicherte rutscht in die Gesetzliche, wenn das Arbeitsamt dies
entschieden hat. Die Leistungen der Privaten sind dann erst einmal weg.
Der alte Vertrag wird aber danach wieder weitergeführt (es wird
zumindest versucht). Da aber von den monatlichen Beiträgen eine
Rückstellungen fürs Alter gebildet wird, fehlen diese der Versicherung.
Daher gibt es bei der Rückkehr in die Private einen Zuschlag, um die
Rückstellungsverluste zu kompensieren. Man zahlt mehr Geld, es wird
teurer.
Rente
Meinen Informationen nach zahlt man bei der Rente besonders hohe
Beiträge. Das liegt daran, dass man im Alter häufiger gesundheitliche
Probleme hat, häufiger Leistungen in Anspruch nimmt und dadurch
der Versicherung mehr Kosten verursacht.
Ab dem 55. Lebensjahr ist eine Rückkehr in die Gesetzliche
grundsätzlich ausgeschlossen.
Manche Gesellschaften haben Grenzen bzgl. dem Aufnahmealter,
das sog. Aufnahmehöchstalter. Ein Wechsel im Alter ist also kaum
noch möglich.
Beitragserhöhungen
Wie? Was? Der Gesetzgeber hat doch vorgeschrieben, dass es keine
Erhöhungen in der Privaten geben darf. Was soll die Frage?
Bedingt durch die Inflation haben 70,- € Krankentagegeld
am Anfang eine höhere Kaufkraft (mehr Leib Brot, mehr Liter Benzin,
höhere Miten, mehr Einkommen, ...) als später. Daher sollte man sich
ernsthaft überlegen, ob man diese Beiträge nach einigen Jahren nicht
anpasst, bzw. entsprechende Beitragserhöhungen durch die Private wahr
nimmt.
Ausgeschlossene Leistungen
Auch die gibt es in der privaten: dazu zählen z.B. Impfungen, Atteste,
Instandhaltung von Brillen, Batterien und Ladegeräte für Hörgeräte
die man selbst trägt (aber: Schutzimpfungen sind aber enthalten).
Tarifwechsel
Es wird immer der Tarif für das Alter gezahlt, was man zum (neuen)
Eintritt hat.
Kinder
Kinder müssen beim Privatversicherten mitversichert werden, wenn er
über der Beitragsbemessungsgrenze verdient (s.o.) und er das höhere
Einkommen von beiden Elternteilen bezieht.
3. Vorteile der Privaten
Die Privaten brauchen dringend neue, junge Mitglieder, um nicht der
Kostenspirale zu erlegen und Neu-Verträge teuer anbieten zu müssen.
Deshalb gibt es einige Vorteile, weshalb man eine Private durchaus
empfehlen kann:
Leistungen
Die Leistungen sind deutlich besser. Das fängt beim Zähne-Lackieren
in der zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchung an, geht beim Abholen
vom Taxi (beim ambulanten Krankentransport) weiter und schliesst
höhchste Zuzahlungen bei Zahnersatz, Medikamenten und Brillen ein.
4. Fazit
Ob sich eine Private "rentiert" oder nicht, muss jeder selbst wissen.
Es ist aber in meinen Augen ein Ammenmärchen, wenn man behauptet, dass
man "Mehr Leistung für weniger Geld" bekommt. Bevor man sich bindet
sollte man einen sog. Probeantrag abgeben (einfach das Wort "Probe"
vor den Antrag schreiben). Der ist unverbindlich und gibt einem
Aufschluss über die entgültigen Kosten. Nachdem ein Wechsel zur
Privaten stattgefunden hat, sollte man weitere Wechsel aus Kostengründen
vermeiden. Man bindet sich für den Rest seines Lebens. Wer ein
Eintrittsalter von 32 Jahren hat, der bindet sich (durchschnittlich)
noch für die nächsten 40 Jahre, davon sind 7 Jahre in der Jahre (teure
Versicherung) und einige Jahre bei Arbeitslosigkeit, und Jahre, in denen
Kinder mitversichert werden, etc.
Wer eine Versicherung wählt, die über alles und jeden Fall
nachverhandelt und nachforscht, die ist sicherlich günstig, aber wohl
weniger geeignet und ein (gerichtlichen) Streitfall wird schnell sehr
teuer.
A. Anhang
Quellenangabe
Hier ist eine Liste von Quellen, die mir geholfen hat:
Versicherungsportal
- mit Hinweisen
PKV.net - Kennzahlen von verschiedenen
privaten Krankenversicherungen
Ababkus24 - Antworten auf
unliebsame Fragen zur privaten Krankenversicherung
PKV-Links.de - Einige
Interessante Links, aber scheint vor allem wohl Online Vergleiche
spezialisiert zu haben
ASSECU
Staatliche
Sozialfibel Bayerns
Stern.de: Private Krankenversicherung - Bloß nicht alt werden